BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Telgte

Antrag für Energieweiden

13.11.23 –

Antrag zur Etablierung von sogenannten Energieweiden und/oder Agri-Freiflächen-Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet


Beschlussvorschlag:
Die Stadtverwaltung prüft die zurzeit in Bearbeitung stehenden Cluster für mögliche Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf ihre Eignung für eine Doppelnutzung als Energieweide oder als Agri-Photovoltaik-Fläche.
Die Stadtverwaltung prüft Fördermöglichkeiten auf Landes- und Bundesebene oder beispielsweise über die Landwirtschaftskammer für den Bau dieser Arten von Freiflächen-PV-Anlagen, damit Initiatoren so Mehrkosten aufgrund der notwendigen Aufständerung der PV-Freiflächenanlage abpuffern können.
Die Stadtverwaltung spiegelt den Vorgang sowie die Ergebnisse den potenziellen Initiatoren und vermittelt bei Bedarf Ansprechpartner für weitergehende Beratung oder Planung.

Begründung:
Der Bau von Freiflächen-PV-Anlagen als weiteren Baustein zur Energiewende scheint auch im Telgter Stadtgebiet beispielsweise entlang der Bahntrasse möglich und sinnvoll. Auf dem Weg weg von fossiler Energie sollte aber landwirtschaftliche Fläche nicht vorschnell „verbaut“ werden, ohne mögliche Doppelnutzungen im Sinne der biologischen Vielfalt oder der Versorgungssicherheit vorab zu prüfen. Schließlich wird die Nutzung der ehemaligen Weide, Wiese oder des ehemaligen Ackers nach dem Bau der Freiflächen-PV-Anlage für Jahrzehnte verändert.
Die Biodiversitätskrise ist neben der Klimakrise die zweite große ökologische Krise. Es ist wichtig, dass die Lösung der einen Krise mit einer schnellen Energiewende nicht auf Kosten der biologischen Vielfalt geht und das Artensterben weiter verschärft. Mit dem Konzept der Weide-Energie ist es besonders gut möglich, Biodiversitäts- und Klimakrise gleichzeitig und auf derselben Fläche entgegenzuwirken. 
Mit Weide-Energie wird der beschleunigte Ausbau von Freiflächen-Photovoltaik mit der Errichtung von extensiven Ganzjahres-Weidelandschaften als Hotspots der Artenvielfalt verknüpft. Ein Teil der Fläche (bis zu 40 Prozent), die als extensive Ganzjahresweidelandschaft eingerichtet wird, wird dabei mit aufgeständerter Freiflächen-PV bestückt. Unter den Anlagen können Weidetiere weiterhin grasen und Lebensräume entwickeln. Extensive Weidelandschaften gerade mit großen Weidetieren dienen im besonderen Maße der biologischen Vielfalt.
Alternativ, wenn auch weniger entscheidend für den Schutz der biologischen Vielfalt, kombiniert eine Agri-Photovoltaikanlage Landwirtschaft mit regenerativer Stromerzeugung. Hierfür werden Solarmodule zur Stromgewinnung so über und zwischen landwirtschaftlichen Flächen errichtet, dass diese weiterhin bewirtschaftet werden können.
Beide Varianten können Win-win-Situationen darstellen, von der nicht nur Klima und biologische Vielfalt und/oder die Versorgungssicherheit profitieren, sondern auch Landwirtinnen und Landwirte: Denn die „doppelte Ernte“ ermöglicht eine Diversifizierung des Einkommens und trägt damit zu einer nachhaltigen Stärkung landwirtschaftlicher Betriebe und des ländlichen Raums bei.
Da sowohl für eine „Energieweide“ als auch für Agri-PV eine Aufständerung der Anlage mit entsprechenden Mehrkosten notwendig ist und von Projektierern i.d.R nicht im Fokus steht, erscheint eine Begleitung bzw. die Vermittlung von Expertise seitens der Stadtverwaltung als sinnvoll.

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