02.07.2019

Grüne gegen Ausbau der B51 zwischen Münster und Telgte

Der Entwurf des BVWP 2030 sieht im Zusammenhang mit dem Hauptprojekt B 64n, Münster – Rheda-Wiedenbrück einen durchgängigen vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 51 für die Bereiche der Südumgehung Münster und der Warendorfer Straße bis nach Telgte vor. Die Ausbaustrecke auf Telgter Gebiet wird dabei durch das Teilprojekt 2 beschrieben. Die Grünen in Telgte erwarten durch den Ausbau der Warendorfer Straße lediglich geringfügige Vorteile für den Ziel- und Quellverkehr nach und von Telgte. Auch für die Anbindung zwischen Münster, bzw. dem Autobahnknotenpunkt Münster-Süd, und Ostwestfalen dürfte der Ausbau nur einen geringen Effekt haben. Dem gegenüber stehen deutliche zu erwartende Nachteile für die Infrastruktur der Stadt Telgte, die die zu erwartenden Vorteile überwiegen.

Mit Blick auf die von Straßen.NRW behauptete Notwendigkeit des Ausbaus erklärt Marian Husmann, Sprecher der Grünen: "Straßen.NRW spricht von aktuell 25 000 Fahrzeugen pro Tag zwischen Münster und Telgte, das Bundesamt für Straßenwesen veröffentlicht auf seiner Website die Daten der zwischen Handorf und Telgte befindlichen automatischen Zählstelle. Diese Zahlen sinken seit 10 Jahren konstant. Aktuell liegen die Zahlen bei durchschnittlich 18 330 Fahrzeugen pro Tag. Wie Straßen.NRW deshalb auf eine prognostizierte Steigerung von 25 000 auf 33 500 Fahrzeuge pro Tag bis zum Jahr 2030 kommt ist bei den sinkenden Zahlen fragwürdig."

Bei durchschnittlichem Verkehrsaufkommen ist die Verkehrslage zwischen Münster und Telgte unproblematisch. Rückstaus entstehen während der Hauptverkehrszeiten, hauptsächlich in den Morgenstunden auf der Strecke von Telgte nach Münster. Diese Staus entstehen nicht durch eine zu geringe Geschwindigkeit auf der Strecke, sondern durch die begrenzte Aufnahmefähigkeit des Straßennetzes in Münster. Eine Teilentlastung könnte hier entstehen, wenn der Verkehr in Richtung Südumgehung Münster frühzeitig von dem Verkehr in Richtung Innenstadt getrennt wird. Ein solcher Ausbau ist aber bei der Planung nicht vorgesehen. Auf der Strecke zwischen dem bisherigen Ausbauende auf der Südumgehung Münster am Anschlusspunkt „Wolbecker Straße“ und Telgte kommt es in der Regel nicht zu größeren Behinderungen. Eine Erhöhung der Geschwindigkeit von 70 auf 100 km/h könnte die Fahrzeit auf dieser Teilstrecke um fünf Minuten verkürzen. In Stoßzeiten ist allerdings zu vermuten, dass am Ende der Ausbautrecke durch die Zusammenführung auf eine Fahrspur und die dort vorhandene Ampelkreuzung größere Rückstaus entstehen, die die Zeiteinsparung relativieren oder aufheben.

Ein späterer weitergehender Ausbau der Telgter Umgehungsstraße ist aus Sicht der Stadt Telgte nicht möglich, denn durch die Trennwirkung einer größeren Trasse mit höheren Geschwindigkeiten würden Sport- und Freizeitanlagen, ein Altenheim und Wohngebiete nördlich der Straße von der Stadt abtrennen. Der vorgesehene Ausbau der B 51 auf Telgter Gebiet hätte unter Berücksichtigung der breiteren Trasse und der Ausgleichsmaßnahmen einen Flächenbedarf von mindestens 10,8 ha und ginge zu Lasten der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Ebenfalls zu Lasten der Landwirtschaft ginge die Abbindung zahlreicher Zufahrten zu Wirtschaftswegen und einzelnen Liegenschaften. Die notwendige Umstrukturierung des Wirtschaftswegesystems zum Ausgleich dieser Abbindungen bringt weitere Flächenbedarfe mit sich. Parallel zur B 51 liegt die Bahnlinie Münster – Rheda-Wiedenbrück, deren Fahrgastaufkommen sich während der letzten zehn Jahre verdoppelt hat. Mittelfristig ist für diese Verbindung ein 30- Minuten-Takt vorgesehen, wodurch mit einer weiteren Entlastung der Straße gerechnet werden kann. Andererseits steht ein Ausbau der Straße in einer unerwünschten Konkurrenz zu einer Verbesserung der Anbindung durch die Bahn. Eine weitere Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene entspricht auch den klimapolitischen Zielen der Bundesregierung, im Gegensatz zu der prognostizierten Entwicklung des Straßenverkehrs, die der Nutzen-Kosten-Analyse des Teilprojektes zu Grunde liegt. Ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden darf der erhöhte Schadstoffeintrag durch eine Steigerung der Verkehrszahlen und die Eingriffe in die Natur durch den Ausbau, dem über hundert sehr alte Linden und Birken zum Opfer fallen würden. Sichtbar durch eine Doppelreihe Linden, würde auch ein jahrhunderte alter Pilgerweg weichen müssen. Schließlich ist noch ein impliziter Attraktivitätsverlust durch die vierspurige Trasse zu erwarten.

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