29.05.26 –
Die Grünen in Telgte weisen den Antrag von CDU, SPD und FDP gegen den geplanten Verkehrsversuch „Autofreier Marktplatz“ entschieden zurück. Für die Grünen ist klar: Wer jetzt die laufende Bürgerbeteiligung abbrechen und den Versuch verhindern will, will vor allem vermeiden, dass überhaupt belastbare Erfahrungen gesammelt werden.
„Ein Verkehrsversuch ist kein endgültiger Umbau der Innenstadt, sondern genau das: ein zeitlich begrenzter Test, um Chancen, Probleme und Auswirkungen real zu bewerten“, erklärt Sabine Grohnert, Fraktionsvorsitzende der Grünen. „Wer bereits vor Beginn jede Erprobung stoppen will, betreibt keine ergebnisoffene Politik.“
Die Grünen erinnern daran, dass die Diskussion nicht überraschend entstanden ist. Im Klimaausschuss wurde intensiv über das Nahmobilitätskonzept beraten. Dort bestand fraktionsübergreifend die Auffassung, dass über die Beauftragung eines solchen Konzepts nicht entschieden werden sollte, ohne die Frage eines autofreien Marktplatzes mitzudenken. Deshalb wurde die Verwaltung beauftragt zu prüfen, ob es noch in diesem Jahr ein geeignetes Zeitfenster für einen Verkehrsversuch gibt.
Aufgrund der Dringlichkeit wurde das Thema unmittelbar im nächsten Bauausschuss beraten. Dort erläuterte die Verwaltung nach Abstimmung mit den Verantwortlichen der Großbaustellen, mit TEO, Stadtwerken und Glasfaserausbau, dass ein Verkehrsversuch im Zeitraum zwischen August und November grundsätzlich möglich sei.
Zusätzlich hat der Bauausschuss – auf Initiative und mit Mehrheit der Politik – die Verwaltung ausdrücklich beauftragt, eine umfassende Bürgerbefragung zum Verkehrsversuch durchzuführen. Dabei war allen Beteiligten wichtig, insbesondere Gewerbetreibende und direkte Anlieger intensiv einzubinden. Genau deshalb wurde gemeinsam mit einem Fachbüro ein breites Beteiligungsverfahren organisiert: Runde Tische unter anderem mit Feuerwehr, Rettungsdienst, Touristik, Hanse und den direkt Betroffenen am Marktplatz, zwei Infostände sowie eine Onlinebefragung.
„Es ist schon bemerkenswert: Erst beschließt die Politik mehrheitlich eine Bürgerbeteiligung, und kaum läuft diese an, sollen alle Beteiligungsformate zum autofreien Marktplatz eingestellt werden“, so Grohnert weiter. „Das ist kein verlässlicher Umgang mit Bürgerbeteiligung.“
Die Grünen betonen, dass die Sorgen von Einzelhandel und Gastronomie selbstverständlich ernst genommen werden. Gleichzeitig müsse aber auch ehrlich festgestellt werden: In der Steinstraße, Emsstraße oder Kapellenstraße funktioniert die Innenstadt seit Jahren ebenfalls ohne Autoverkehr direkt vor der Tür. Auf dem Marktplatz selbst kann ohnehin nicht geparkt werden. Die allermeisten Parkmöglichkeiten in der Innenstadt bleiben auch während eines Verkehrsversuchs erreichbar.
Für die Grünen steht fest: Eine attraktive Innenstadt lebt nicht allein vom Durchgangsverkehr, sondern von Aufenthaltsqualität, Sicherheit und guter Erreichbarkeit für alle – zu Fuß, mit dem Rad, dem Bus oder dem Auto. Ob und wie ein veränderter Verkehrsablauf funktionieren kann, lässt sich nur durch einen zeitlich begrenzten Versuch herausfinden.
Frauen leisten den überwiegenden Teil unbezahlter Sorgearbeit in Deutschland. Die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen des [...]
IDAHOBIT* (Internationaler Tag gegen Homophobie, Biphobie und Transphobie). Die Rechte queerer Menschen geraten weltweit immer stärker unter [...]
Die Bundesregierung hat mit dem heutigen Gesetzentwurf für ein Gebäudemodernisierungsgesetz ein Comeback für fossil betriebene Heizungen [...]