BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Telgte

„Die Schwerkraft lässt sich nicht außer Kraft setzen.“

Grüne Fraktion beantragt klimaneutrale Schulerweiterungen. Die scheinbar banale und eben deshalb so treffsichere Feststellung der Bundeskanzlerin war vermutlich keine Reaktion auf die Diskussion im Telgter Rat am vergangenen Dienstag, passt aber ganz gut dazu. Auf der Tagesordnung standen die Vergaben der nächsten Leistungsphasen für die Planer*innen der Erweiterungsbauten für die Don-Bosco-Schule und das Gymnasium. Für diese Maßnahmen forderte und beantragte die grüne Fraktion eine „über die gesamte Lebenszeit“ berechnete klimaneutrale Bauweise.

04.12.20 –

Grüne Fraktion beantragt klimaneutrale Schulerweiterungen.

Die scheinbar banale und eben deshalb so treffsichere Feststellung der Bundeskanzlerin war vermutlich keine Reaktion auf die Diskussion im Telgter Rat am vergangenen Dienstag, passt aber ganz gut dazu.

Auf der Tagesordnung standen die Vergaben der nächsten Leistungsphasen für die Planer*innen der Erweiterungsbauten für die Don-Bosco-Schule und das Gymnasium. Für diese Maßnahmen forderte und beantragte die grüne Fraktion eine „über die gesamte Lebenszeit“ berechnete klimaneutrale Bauweise. Das bedeutet nicht nur Klimaneutralität im Betrieb, sondern verlangt auch, dass die CO2-Abdrücke sowohl des Baus, als auch des Rückbaus in ferner Zeit (sogenannte „graue Energie“), durch eigene Energieerzeugung über integrierte Anlagen, ausgeglichen werden. 

„Das ist die zukünftige, im Grunde einzig vertretbare Bauweise.“, so Peter Spieker, der den Antrag einbrachte. „Das ist unser Ziel für das Baugebiet Telgte-Süd und damit auch das, was wir von den Bauwilligen dort verlangen und entsprechend müssen wir als Stadt auch dasselbe erfüllen.“

Daher sollte der Änderungsantrag zur Verwaltungsvorlage die Planer*innen auf ein CO2-freies Konzept festlegen, was im Zusammenhang mit der Don-Bosco-Schule von den anderen Fraktionen zunächst in dieser Form abgelehnt wurde. Begründet wurde das mit dem notwendig engen Zeitplan für die Maßnahme, der eine dezidierte Gegenüberstellung der Kosten als Entscheidungsgrundlage aufgrund des doppelten Planungsaufwandes nicht zulasse. 

Immerhin wird das Planungsbüro nach einem Antrag der FDP damit beauftragt, der Berechnung der Baukosten eine Abschätzung zu dem Mehraufwand für eine klimaneutrale Bauweise zuzufügen.

Ob das Büro diesem Auftrag mit einem erhofft geringen Aufwand entsprechen kann, muss sich erst zeigen, da eine klimaneutrale Planung auch auf einer anderen Grundkonstruktion basiert, die zur Berechnung durchkalkuliert werden muss.

Die Beauftragung zum Gymnasium wurde insgesamt verschoben, weil fraktionsübergreifend noch weitere Fragen zur Lage und Funktionalität des geplanten Bauteils aufgekommen waren, die zunächst erörtert und geklärt werden sollen. Dieser etwas entspanntere Zeitrahmen wird auch mehr Raum für die Klärung der CO2-Frage lassen.

Nach Einschätzung des Co-Fraktionssprechers Michael Brandherm, wird sich der Grundsatz des klimaneutralen Bauens über kurz oder lang ohnehin durchsetzen, weil die konventionelle Bauweise den Klimazielen auf allen politischen Ebenen widerspricht. Der Gedankenschluss zwischen heutigen Baumaßnahmen und der von der Bundesregierung beschlossenen CO2-Neutralität des Gebäudebestandes bis 2050 sei einfach ziemlich kurz. Auch die ohnehin zweifelhafte Argumentation mit höheren Kosten wird auf Dauer nicht aufrecht zu erhalten sein, weil die notwendigen Schlüsse aus den Klimaveränderungen nicht diskutabel sind, „weil das Klima nicht diskutiert“.

Frau Merkel hat sich mit ihrem Verweis auf die Unumstösslichkeit der Naturgesetze auf die Corona-Pandemie bezogen. Längst gilt es als Binsenweisheit, das das konsequente Handeln der Politik in dieser Krise ein mindestens ebenso entschlossenes Handeln in der Klimakrise zwingend begründet, weil die Fakten genau so auf dem Tisch liegen, weil die notwendigen Maßnahmen genau so klar sind und weil es Szenarien bei Untätigkeit gibt, die niemand erleben möchte. Die Kanzlerin hat damit also auch genau auf den Punkt gebracht, dass die viel größere Klimakrise zwingend eine umfassende Transformation mit sich bringen muss. 

Klimaneutrales Bauen in Telgte wird das nicht ins Werk setzen, aber ohne solches geht es auch nicht.

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